To last sub page To German main page Bach - Berlioz - To the bottom To next sub page

German Bach Quotes from Johann Sebastian Bach to Hector Berlioz

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Johann Friedrich Agricola (1720-1774), Composer and Bach pupil
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788), Composer and 2. son of Bach
Ludwig van Beethoven (1770-1824), German composer
Hector Berlioz (1803-1869), French composer

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Das Wohltemperirte Clavier.
oder
Præludia, und
Fugen durch alle Tone und Semitonia,
So wohl tertiam majorem oder Ut Re Mi anlan-
gend, als auch tertiam minorem oder Re
Mi Fa
betreffend. Zum
Nutzen und Gebrauch der Lehr-begierigen
Musicalischen Jugend, als auch derer in diesem stu-
dio
schon habil seyenden besonderem
ZeitVertreib auffgesetzet
und verfertiget von
Johann Sebastian Bach.
p. t: Hochfürstlich Anhalt-
Cöthenischen Capel-
meistern und Di-
rectore
derer
Cammer Mu-
siquen
.
Anno
1722.

Das Wohltemperirte Clavier I – Title Page

Das Orgel-Büchlein Worinne einem anfahenen Organisten Anleitung gegeben wird, auff allerhand Arth einen Choral durchzuführen, anbey auch sich im Pedal studio zu habilitiren, indem in solchen darinne befindlichen Choralen das Pedal gantz obligat tractiret wird. Dem höchsten Gott allein zu Ehren, dem Nechsten, draus sich zu belehren. Autore Joanne Sebast: Bach p.t. Capellae Magistri S.P.R. Anhaltini-Cotheniensis.

Das Orgel-Büchlein (around 1720) – title page

Zweyter Theil der Clavier Übung bestehend in einem Concerto nach Italienischen Gusto und einer Overture nach Französischer Art, vor ein Clavicymbel mit zwey Manualen. Denen Lienhabern zur Gemüths-Ergötzung verfertiget, von Johann Sebastian Bach Hochfürstlich Soechßisch Wießenfelßischen Capellmeistern und Directore Musici Lipsiensis.

Clavier Übung II (1735) – title page

Ich bemerkte aber gar bald, daß wegen Mangels nöthiger Vorbereitung, die Ausführung nicht also gerathen wollte, als es ein so treffliches Thema erforderte. Ich fassete demnach den Entschluß, und machte mich sogleich anheischig, dieses recht Königliche Thema vollkommener auszuarbeiten, und sodann der Welt bekannt zu machen. Dieser Vorsatz ist nunmehro nach Vermögen bewerkstelliget worden, und er hat keine andere als nur diese untadelhafte Absicht, den Ruhm eines Monarchen, ob gleich nur in einem kleinen Puncte, zu verherrlichen, dessen Größe und Stärke, gleich wie in allen Kriegs- und Friedens-Wissenschaften, also auch besonders in der Musik, jedermann bewundern und verehren muß.

Musicalisches Opfer (7 july 1747) – excerpt from preface

Ich bin zum 2ten Mahl verheurathet und ist meine erstere Frau selig in Cöthen gestorben. Aus ersterer Ehe sind am Leben 3 Söhne u. eine Tochter, wie solche Eu. Hochwohlgebohren annoch in Weimar gesehen zu haben, sich hochgeneigt erinnern werden. Aus 2ter Ehe sind am Leben 1 Sohn u. 2 Töchter. Mein ältester Sohn ist ein Studiosus Juris, die anderen beyden frequentiren noch, einer primam der andere 2dam Classem, u die älteste Tochter ist auch noch unverheurathet. Die Kinder anderer Ehe sind noch klein, u der Knabe als erstgebohrener 6 Jahre alt. Insgesamt aber sind sie gebohrne Musici, u. kan versichern, daß schon ein Concert Vocaliter u. Instrumentaliter mit meiner Familie formiren kan, zumahln da meine itzige Frau gar einen sauberen Soprano singet, auch meine älteste Tochter nicht schlimm einschläget.

excerpt from a letter to Georg C. Erdmann, Danzig (28 October 1730)

Der Generalbaß ist das vollkommenste Fundament der Music, welcher mit beyden Händen gespielet wird dergestalt, das die linke Hand die vorgeschriebenen Noten spielet, die rechte aber Con und Dissonantien dazu greift, damit dieses eine wohlklingende Harmonie gebe zur Ehre Gottes und zulässiger Ergötzung des Gemüthes, und soll wie aller Music, also auch des General Basses Finis und End Uhrsache anders nicht, als nur zu Gottes Ehre und Recreation des Gemüths seyn. Wo dieses nicht in Acht genommen wird, da ists keine eigentliche Music, sondern ein Teufliches Geplerr und Geleyer.

Gründlicher Unterricht des Generalbasses (1738)

Bey einer andächtigen Music ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart.

a remark of bach in his calov bible

Herr Martius/ Jezo vergeht mir das Geduld, Wie lange glauben sie wohl das ich mit dem Clevesin warten soll? Zwey Monate sind schon vergangen und es steht immer noch beym nehmlichen. Es tut mit Leid sie so zu schreiben ich kann aber nicht anders. Sie müssen es in Ordnung bringen und das in 5 Tagen sonst werden wir nie Freunde. /Adieu/Joh: Seb: Bach.

excerpt from a letter to Johann Georg Martius (20 march 1748)

Wem die Kunst das Leben ist, dessen Leben ist eine große Kunst.

Ich habe fleißig seyn müssen; wer eben so fleißig ist, der wird es eben so weit bringen können.

Alles, was man tun muß, ist, die richtige Taste zum richtigen Zeitpunkt zu treffen.

To the top

Johann Friedrich Agricola (1720-1774), Composer and Bach pupil

Herr Gottfr. Silbermann hatte dieser Instrumente [early pianos] im Anfange zwey verfertiget. Eins davon hatte der sel. Kapelm. Hr. Joh. Sebastian Bach gesehen und bespielet. Er hatte den Klang desselben gerühmet, ja bewundert: Aber dabey getadelt, daß es in der Höhe zu schwach lautete, und gar zu schwer zu spielen sey. Dieses hatte Hr. Silbermann, der gar keinen Tadel an seinen Ausarbeitungen leiden konnte, höchst übel aufgenommen. Er zürnte deswegen lange mit dem Hrn Bach. Und dennoch sagte ihm sein Gewissen, daß Hr. Bach nicht unrecht hätte. Er hielt also, und das sey zu seinem großen Ruhme gesagt, für das beste nichts weiter von diesen Instrumenten auszugeben; dagegen aber desto fleißiger auf Verbesserung der vom Hrn. J. S. Bach bemerkten Fehler zu denken. Hieran arbeitete er viele Jahre.

To the top


Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788), Composer and 2. son of Bach

In der letzten Zeit schätzte er hoch: Fux, Caldara, Händeln, Kaysern, Haßen, beyde Graun, Telemann, Zelenka, Benda u. überhaupt alles, was in Berlin u. Dreßden besonders zu schätzen war. Die erstgenannten 4 ausgenommen, kannte er die übrigen persönlich. In seinen jungen Jahren war er oft mit Telemannen zusammen, welcher auch mich aus der Taufe gehoben hat. In Beurtheilung der Arbeiten war er, qvoad Harmoniam, sehr streng, jedoch schätzte er außerdem alles würcklich gute u. gab ihm seinen Beyfall, wenn auch Menschlichkeiten mit darunter zu finden waren. Bey seinen vielen Beschäftigungen hatte er kaum zu der nöthigen Correspondenz Zeit, folglich weitläuftige schriftliche Unterhaltungen konnte er nicht abwarten. Desto mehr hatte er Gelegenheit mit braven Leuten sich mündlich zu unterhalten, weil sein Haus einem Taubenhause u. deßen Lebhaftigkeit vollkommen gliche.

Der seel. war, wie ich und alle eigentlichen Musici, kein Liebhaber von trockenem mathematischen Zeuge.

Die Musik meines Vaters hat höhere Absichten, sie soll nicht das Ohr füllen sondern das Herz in Bewegung setzen.

Blos eigenes Nachsinnen hat ihn schon in seiner Jugend zum reinen und starcken Fugisten gemacht.

In seiner Jugend bis zum ziemlich herannahenden Alter spielte er die Violine rein und durchdringend und hielt dadurch das Orchester in einer größeren Ordnung, als er mit dem Flügel hätte ausrichten können. Er verstand die Möglichkeiten aller Geigeninstrumente vollkommen. Dies bezeugen seine Soli für die Violine und für die Violincell ohne Baß. Einer der größten Geiger sagte mir einmahl, daß er nichts vollkommeneres, um ein guter Geiger zu werden, gesehen hätte u. nichts beßeres den Lehrbegierigen anrathen könnte, als obengenannte Violinsoli ohne Baß.

In der Composition gieng er gleich an das Nützliche mit seinen Scholaren, mit Hinweglaßung aller der trockenen Arten von Contrapuncten, wie sie in Fuxen [what is meant is Gradus ad Parnassum by Johann Joseph Fux, Latin 1725, German by Lorenz Christoph Mizler 1742] u. andern stehen. Den Anfang musten seine Schüler mit der Erlernung des reinen 4stimmigen Generalbaßes machen. Hernach gieng er mit ihnen an die Choräle; setzte erstlich selbst den Baß dazu, u. den Alt u. den Tenor musten sie selbst erfinden. Alsdenn lehrte er sie selbst Bäße machen. Besonders drang er sehr starck auf das Aussetzen der Stimmen im General-Baße. Bey der Lehrart in Fugen fieng er mit ihnen die zweystimmigen an, u.s.w. Das Aussetzen des Generalbaßes u. die Anführung zu den Chorälen ist ohne Streit die beste Methode zur Erlernung der Composition, qvoad Harmoniam [polyphony].

Was die Erfindung der Gedancken betrifft, so forderte er gleich anfangs die Fähigkeit darzu, u. wer sie nicht hatte, dem riethe er, gar von der Composition wegzubleiben. Mit seinen Kindern u. auch anderen Schülern fieng er das Compositionsstudium nicht eher an, als bis er vorher Arbeiten von ihnen gesehen hatte, woraus er ein Genie entdeckte.

Noch nie hat jemand so scharf u. doch dabey aufrichtig Orgelproben übernommen. Den ganzen Orgelbau verstand er im höchsten Grade. Hatte ein Orgelbauer rechtschaffen gearbeitet, und Schaden bey seinem Bau, so bewegte er die Patronen zum Nachschuß. Das Registrieren bey den Orgeln wuste niemand so gut, wie er. Oft erschracken die Organisten, wenn er auf ihren Orgeln spielen wollte, u. nach seiner Art die Register anzog, indem sie glaubten es könnte unmöglich so, wie er wollte, gut klingen, hörten hernach aber hernach einen Effect, worüber sie erstaunten. Diese Wißenschaften sind mit ihm abgestorben.

Das erste, was er bey einer Orgenprobe that, war dieses: Er sagte zum Spaß, vor allen Dingen muß ich wißen, ob die Orgel eine gute Lunge hat, um dieses zu erforschen, zog er alles Klingende an, u. spielte so vollstimmig, als möglich. Hier wurden die Orgelbauer oft für Schrecken ganz blaß. Das reine stimmen seiner Instrumente so wohl, als des ganzen Orchestres war sein vornehmstes Augenmerck. Niemand konnte ihm sein Instrumente zu Dancke stimmen u. bekielen. Er that alles selbst.

To the top

Ludwig van Beethoven (1770-1824), German composer

Daß Sie Sebastian Bachs Werke herausgeben wollen, ist etwas, was meinem Herzen, das ganz für die hohe Kunst dieses Urvaters der Harmonie schlägt, recht wohl tut und ich bald in vollem Laufe zu sehen wünsche; ich hoffe von hier aus, selbst manches dazu beizutragen, sobald Sie darauf Pränumeration nehmen.

excerpt from a letter to Leipzig publisher Hoffmeister (15 january 1801)

Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen, wegen seines unendlichen, unerschöpflichen Reichtums an Tonkombinationen und Harmonien.

Immer, wenn ich beim Komponieren ins Stocken geriet, nahm ich mir das Wohltemperierte Klavier hervor, und sogleich sprossen mir wieder neue Ideen.

To the top

Hector Berlioz (1803-1869), French composer

Wenn man aus Paris kommt und unsere musikalischen Gebräuche kennt, muß man, um es zu glauben, Zeuge der Aufmerksamkeit, der Ehrfurcht, der Pietät gewesen sein, mit der ein deutsches Publikum eine derartige Komposition anhört. Jeder folgt den Worten des Textbuches mit den Augen; nicht eine Bewegung im Auditorium, kein Gemurmel, weder zustimmendes, noch tadelndes, keine Beifallskundgebung; man ist in der Kirche, hört das Evangelium singen, wohnt schweigend nicht eine Konzert, sondern einem Gottesdienst bei.

Und so muß man diese Musik auch hören. Man betet Bach an, man glaubt an ihn, ohne einen Augenblick dem Gedanken Raum zu geben, seine Göttlichkeit könne jemals bezweifelt werden; ein Ketzer würde Abscheu erregen, man darf davon nicht einmal reden.

Bach ist Bach, wie Gott ist Gott.

after a performance of the st matthew passion in Berlin (1843)


Next year’s Bachfest in Leipzig deals with Bach’s Messiah !?

To last sub page To the top To next sub page