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German Bach Quotes from Victor Borge to Johann Nicolaus Forkel

Victor Borge (1909-2000), Danish pianist and entertainer
Johannes Brahms (1833-1897), German composer
Charles Burney (1726-1814), English musicologist
Hans von Bülow (1830-1894), German conductor, pianist and composer
Pablo Casals (1876-1973), Catalonian cellist and conductor
Claude Debussy (1862-1918), Frensh composer
Alfred Dürr (1918-2011), German musicologist
Johann Nicolaus Forkel (1749-1818), German musicologist

Victor Borge (1909-2000), Danish pianist and entertainer

Sie wollen etwas von Bach hören?

Von welchem, Johann Sebastian oder Jacques Offen?

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Johannes Brahms (1833-1897), German composer

Die Chaconne ist mir eines der wunderbarsten und unbegreiflichsten Musikstücke. Auf ein System für ein kleines Instrument schreibt der Mann eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen.

excerpt from a letter to Clara Schumann

Studiert Bach, dort findet ihr alles!

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Charles Burney (1726-1814), English musicologist

Von Klangfülle war er so besessen, dass er – abgesehen von seinem fortwährenden exzessiven Pedalspiel – diejenigen Tasten mit einem Stöckchen im Mund herunterdrückte, die er im jeweiligen Augenblick weder mit Händen noch mit Füßen erreichen konnte.

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Hans von Bülow (1830-1894), German conductor, pianist and composer

Das wohltemperirte Clavier ist das alte Testament, die Beethoven’schen Sonaten das neue, an beide [Bach and Beethoven] müssen wir glauben.

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Pablo Casals (1876-1973), Catalonian cellist and conductor

Ich liebe alle Musik, aber ich könnte den Tag nicht mit einem andern Komponisten beginnen. Bach zeigte uns, was Musik ist. Zuerst kommt Bach – dann alle anderen.

Bach selbst ist die Quintessenz aller Musik.

Er entblösst die menschliche Natur um ihre göttliche Attribute zu zeigen. Den alltäglichen Dingen verleiht er einen spirituellen Reiz, dem was flüchtig ist verleiht er die Flügel der Ewigkeit. Die göttlichen Dinge macht er menschlich und die menschlichen göttlich – so ist eben Bach, der grösste und reinste Moment in der Musik aller Zeiten.

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Claude Debussy (1862-1918), Frensh composer

Schauen wir auf Bach, den Lieben Gott der Musik, an den die Komponisten ein Gebet richten sollten, bevor sie sich an die Arbeit setzen, auf dass er sie vor Mittelmäßigkeit bewahre; schauen wir auf sein umfangreiches Werk, in dem wir auf Schritt und Tritt Dingen begegnen, die so lebendig sind, als wären sie erst gestern entstanden, angefangen bei der kapriziösen Arabeske bis hin zu jenem religiösen Verströmen, dem wir bis jetzt nichs Besseres zur Seite stellen konnten.

Die Schönheit des Andante aus dem Violinkonzert von Johann Sebastian Bach ist so groß, daß man ernstlich nicht mehr weiß, wie man sich hinsetzen und verhalten soll, um des Anhörens würdig zu sein. Sie bleibt einem Lange im Sinn, und man wundert sich beim Hinaustreten auf die Straße, daß der Himmel nicht blauer ist und der Parthenon nicht aus der Erde emporwächst. Doch das wilde Hupen der Autobusse rückt die Dinge schnell wieder an ihren gewohnten Platz.

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Alfred Dürr (1918-2011), German musicologist

Bachs Plan, eine Präludien- und Fugensammlung in allen Dur- und Molltonarten zu komponieren, war im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts neu, ja revolutionierend. Lagen doch in der bis dahin verwendeten Stimmung die reinen und die – notgedrungen – nicht ganz reinen Intervalle so verteilt, daß man in vielen Tonarten sehr gut, in anderen dagegen überhaupt nicht spielen könnte. Gewiß hatte es schon seit langem Versuche gegeben, alle Tonarten der musikalischen Praxis zugänglich zu machen – besonders bekannt wurde Andreas Werckmeister´s Musikalische Temperatur – aber in der Komposition vermied man die vom Ausgangspunkt C-dur entfernteren Tonarten des Quintenzirkels dennoch so weitgehend, daß Johann David Heinichen noch 1728 schreiben konnte, man pflege in H-dur und As-dur nur selten, in Fis-Dur und Cis-dur aber überhaupt kein Stück zu setzen.

So ist – nach wenigen und kaum bekannt gewordenen Versuchen – Bach der erste, der mit seiner Sammlung unter dem Titel Das Wohltemperirte Clavier den gesamten Tonartenbereich erobert und zugleich der musikalischen Welt ein klassisches Meisterwerk beschert hat.

Das Wohltemperirte Clavier I – Bärenreiter (2002)
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Johann Nicolaus Forkel (1749-1818), German musicologist

Die Werke, die uns Joh. Seb. Bach hinterlassen hat, sind ein unschätzbares Nationalerbgut, dem kein anderes Volk etwas ähnliches entgegen setzen kann.

Wenn er bisweilen gefragt wurde, wie er es denn angefangen habe, der Kunst in einem so hohen Grade mächtig zu werden, antwortete er gewöhnlich: Ich habe fleißig seyn müssen; wer eben so fleißig ist, der wird es eben so weit bringen können. Auf seine größern angebohrnen Gaben schien er nichts zu rechnen.

Auf den Tasten soll er mit einer so leichten und kleinen Bewegung der Finger gespielt haben, daß man sie kaum bemerken konnte. Nur die vordere Gelenke der Finger waren in Bewegung, die Hand behielt auch bey den schwersten Stellen ihre gerundete Form, die Finger hoben sich nur wenig von den Tasten auf, fast nicht mehr als bey Trillerbewegungen, und wenn der eine zu thun hatte, blieb der andere in seiner ruhigen Lage. Noch weniger nahmen die übrigen Theile seines Körpers Antheil an seinem Spielen.

Wer die Bachische Lehrmethode in der Composition nach ihrem Umfange kennen lernen will, findet sie in Kirnbergers Kunst des reinen Satzes hinlänglich erläutert.

Ein gewisser Hurlebusch aus Braunschweig, ein eingebildeter und übermüthiger Clavierspieler, besuchte ihn einst in Leipzig, nicht um ihn zu hören, sondern um sich hören zu lassen. Bach nahm ihn freundlich und höflich auf, hörte sein sehr unbedeutendes Spiel mit Geduld an und als er beym Abschied den ältesten Söhnen ein Geschenck mit seiner Gedruckten Sammlung von Sonaten machte, mit der Ermahnung, daß sie sie recht fleißig studiren möchten (sie, die schon ganz andere Sachen studirt hatten), lächelte er bloß in sich, und wurde gegen den Fremden nicht im mindesten unhöflich.

Seine Neigung zum Clavier- und Orgelspielen war um diese Zeit noch ebenso feurig als in den früheren Jahren und trieb ihn an, alles zu thun, zu sehen und zu hören, was ihn nach seinen damaligen Begriffen immer weiter bringen konnte. In dieser Absicht reisete er als Schüler von Lüneburg aus nicht nur mehrere Mahle nach Hamburg, um den damahls berühmten Organisten Johann Adam Reincken zu hören, sondern auch bisweilen nach Celle.

Am liebsten spielte er auf dem Clavicord. Die sogenannten Flügel, obgleich auch auf ihnen ein gar verschiedener Vortrag stattfindet, waren ihm doch zu seelenlos, und die Pianoforte waren bey seinem Leben noch zu sehr in ihrer ersten Entstehung, und noch viel zu plump, als daß sie ihm hätten Genüge thun können.

Außer den großen Verdiensten, welche Bach in der Kunst als vollendeter Spieler, Componist und Musiklehrer hatte, besaß er auch das Verdienst, ein vorzüglich guter Hausvater, Freund und Staatsbürger zu seyn. Die Tugenden des Hausvaters bewies er durch seine Sorgfält für die Bildung seiner Kinder, und die übrigen durch gewissenhafte Erfüllung gesellschaftlicher und bürgerlicher Pflichten. Sein Umgang war Jedermann angenehm. Wer nur irgend ein Kunstliebhaber war, er mochte fremd oder einheimisch seyn, konnte sein Haus besuchen, und sicher seyn, eine freundliche Aufnahme zu finden. Diese geselligen Tugenden mit seinem großen Kunstruf vereint, waren auch Ursache, daß sein Haus fast nie von Besuchen leer wurde.

Sein großes Genie, welches alles umfaßte, alles in sich vereinigte, was zur Vollendung einer der unerschöpflichsten Künste erforderlich ist, brachte auch die Orgelkunst so zur Vollendung, wie sie vor ihm nie war und nach ihm schwerlich seyn wird.

Der König hatte um diese Zeit alle Abende ein Cammerkoncert, worin er meistens selbst einige Concerte auf Flöte bließ. Eines Abends wurde ihm, als er eben seine Flöte zurecht machte, und seine Musiker schon versammelt waren, durch einen Officier der geschriebene Rapport von angekommenen Fremden gebracht. Mit der Flöte in der Hand übersah er das Papier, drehte sich aber zugleich gegen die versammelten Capellisten und sagte mit einer Art von Unruhe: Meine Herren, der Alte Bach ist gekommen! Die Flöte wurde hierauf weggelegt, und der alte Bach, der in der Wohnung seines Sohns abgetreten war, sogleich auf der Schloß beordert.

Es wurden in jener Zeit noch etwas weitläuftige Complimente gemacht. Die erste Erscheinung Joh. Seb. Bachs vor einem so großen Könige, der ihm nicht einmal Zeit ließ, sein Reisekleid mit einem schwarzen Cantor-Rock zu verwechseln, mußte also nothwendig mit vielen Entschuldigungen verknüpft seyn.

Aber was wichtiger als dieß alles ist, der König gab für diesen Abend sein Flöten-concert auf, nöthigte aber den damahls schon sogenannten alten Bach, seine in mehreren zimmern des Schloßes herumstehende Silbermannische Fortepiano zu probiren. Die Capellisten gingen von Zimmer zu Zimmer mit, und Bach mußte überall probiren und fantasiren. Nachdem er einige Zeit probirt und fantasirt hatte, bat er sich vom König ein Fugenthema aus, um es sogleich ohne alle Vorbereitung auszuführen. Der König bewunderte die gelehrte Art, mit welcher sein Thema so aus dem Stegreif durchgeführt wurde, und äußerte nun, vermuthlich um zu sehen, wie weit eine solche Kunst getrieben werden könne, den Wunsch, auch eine Fuge mit 6 obligaten Stimmen zu hören. Weil aber nicht jedes Thema zu einer solchen Vollstimmigkeit geeignet ist, so wählte sich Bach selbst eines dazu, und führte es sogleich zur größten Verwunderung aller Anwesenden auf eine eben so prachtvolle und gelehrte Art aus, wie er vorher mit dem Thema des Königs gethan hatte. Auch seine Orgelkunst wollte der König kennen lernen. Bach wurde daher an den folgenden Tagen von ihm eben so zu allen in Potsdam befindlichen Orgeln geführt, wie er vorher zu allen Silbermannischen Fortepiano geführt worden war.

Nach seiner Zurückkunft nach Leipzig arbeitete er das vom König erhaltene Thema 3 und 6stimmig aus, fügte verschiedene kanonische Kunststücke darüber hinzu, ließ es unter dem Titel: Musikalisches Opfer, in Kupfer stechen, und dedicirte es dem Erfinder desselben. Dieß war Bachs letzte Reise.


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